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Jan 19, 2006
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Transgressions
Unsere Gegenwartskultur kennzeichnet ein paradoxes Nebeneinander von Exzess und Kontrolle. Während ästhetische und moralische Grenzüberschreitungen so normal werden wie die tägliche Dosis an Schock und Horror, lernen wir zugleich, mit immer strengeren Abgrenzungs- und Kontrollmechanismen zu leben. Gibt es überhaupt noch ethische Grenzen und Mauern, an denen die Kunst sich reiben kann? Und welche Bedeutung haben heutzutage die ästhetischen Strategien der Überschreitung? Im Rahmen der Konferenz der transmediale.06 beschäftigt sich das Panel "Transgressions" (4. Februar um 16.30 Uhr) mit künstlerischen und theoretischen Aspekten dieses Gegensatzes zwischen extremer Freiheit und Kontrolle. Shu Lea Chang, international bekannte Medienkünstlerin und Cyber-Nomadin, Jens Hauser, Kurator, Kulturjournalist und Dokumentarfilmer aus Deutschland und die niederländische Wissenschaftlerin, Autorin und Aktivistin Katrien Jacobs diskutieren über Grenzerfahrungen der medialen Art, moderiert von Sigrid Schade. Die Keynote "Mundstück-Schlauch-Behälter. Effekte und Defekte einer Wunschmaschine", die am selben Tag (19 Uhr) stattfindet, rundet das Thema ab. Die renommierte Kulturwissenschaftlerin Gerburg Treusch-Dieter widmet sich der Gender-Codierung des Verhältnisses von Mensch und Maschine. In ihrem Vortrag, moderiert von Marie-Luise Angerer, erläutert sie die "psychologische Vielschichtigkeit" des Staubsaugers sowie den Zusammenhang von Technologie und Körper. Mistakology Jeder Technologie sind ihre Fehler und Unfälle immer schon inhärent - diese Einsicht ist zwar alt, wird aber in unserer Vorstellung von Technologie immer wieder ignoriert: Technologie muss kontrollierbar und sicher sein, um ihre Zwecke und Funktionen erfüllen zu können. Technische Dysfunktionalität wird von der modernen Gesellschaft im Freudschen Sinne "verdrängt". Funktionale Diskrepanzen zwischen Menschen und Maschinen werden auch dann als "menschliches Versagen" bezeichnet, wenn die Technik unmögliche Anforderungen stellt. Deshalb sind Maschinen und ihre Fehler eine unerschöpfliche Quelle humoristischer Einwände und Parodien. Im Panel "Mistakology" (5. Februar um 16.30 Uhr) diskutiert Claus Pias, Professor für Gestaltung und Autor zahlreicher Werke über Medienkunst, mit dem kanadischen Pionier der Medienkunst Norman White, dessen "Helpless Robot" in der Ausstellung SMILE MACHINES zu sehen ist, moderiert von Inke Arns.
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