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La Petite Illusion

VP 3: Unfound Footage: Donnerstag 1.2., 15:30 @ Studio II
In 'la petite illusion' wird eine kleine Geschichte der Leidenschaften in Szene gesetzt: schweres Atmen, umspielt von einer jazzigen Basslinie, ein Kuss, der nächtliche Sturz einer Dame ins Wasser. Der Titel der Arbeit verweist ironisch auf Jean Renoirs 'La grande illusion' von 1937, aber die Assoziation führt ins Leere: Weder in den Bildern noch im Ton wird Renoirs pazifistische Fabel direkt zitiert oder auch nur motivisch berührt. Die Patina des frühen Tonfilms, die in 'la petite illusion' zelebriert wird, bleibt die einzige vage Verbindung zur 'Grande Illusion' – der Klang und der look, die ästhetischen Stereotypen des frankophonen Kinos der Zwischenkriegszeit. Michaela Schwentners farblich asketische elektronische Manipulation gefundener Bilder und Töne ist eine sorgsam in Schwebe gehaltene Studie historischer Kinoaffektbilder. (Stefan Grissemann)

La Petite Illusion, at, 2006, 03:45