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Heinrich und Mary-Jane
Ein Mann und eine Frau sitzen auf einem Sofa. Sie waren mal zusammen. Ob sie es immer noch sind, ist nicht ganz klar. Weder dem Zuschauer, noch ihnen selbst: „Manchmal hass ich dich, für all das, was du mir angetan hast“, sagt sie. „Ich liebe dich, weißt du“, sagt er. „Das ist der Punkt.“
Stefan Zlamals 'Heinrich und Mary-Jane' ist der Ausnahmefall einer Found- Footage-Arbeit. Statt, wie üblich, vorhandenes Bildmaterial in der Montage neu zu arrangieren, arbeitet Zlamal mit zwei „gefundenen“ Tonspuren, die er im gemeinsamen Bildraum aufeinander prallen lässt: Die junge Frau (Astrid Rausch) flüstert, seufzt und schreit mit Liv Ullmanns deutscher Synchronstimme aus Bergmanns „Szenen einer Ehe“. Ihr Besucher (Wolfgang Dangl) erwidert ihr mit Passagen einer Lesung des Berliner Schriftstellers Sven Regener.
Die Form des Dargestellten weiß mehr als sein Inhalt und so erweist sich 'Heinrich und Mary-Jane' zugleich als Film über Wahrnehmung im Kino: Nicht nur für das streitende Paar, auch für uns als Zuschauer wird die „Syn-Chronizität“, also wörtlich, das „Gemeinsam-in-der-Zeit-Sein“ als die große Illusion spürbar, die sie ist.
(Quelle: Maya McKechneay)
Heinrich und Mary-Jane, at, 2005, 12:00
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