Dez 13, 2006

Newsletter Performances

Newsletter vom 13.12. 2006

transmediale.07
unfinish!
31.1. - 4.2. 2007
Akademie der Künste
Berlin, Hanseatenweg 10

Performances
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1. Pierre Bastien - Orchestre mécanique
2. Institut für Medienarchäologie - Nightline
3. Richard Chartier / Taylor Deupree - Specification.Fifteen
4. Edition Edison
5. Chris Salter - Schwelle 1 & 2

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1. Pierre Bastien (fr) - Orchestre mécanique
Eröffnung transmediale.07, 30.01. 2007, 19 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio 1 (nur mit Einladung)

Pierre Bastien spielt auch in einem speziellen Programm des Club Transmediale in der Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz, am 25.1.2007
http://www.clubtransmediale.de

Pierre Bastien wird für die Eröffnung der transmediale.07 sein eindrucksvolles 'Orchestre mécanique' präsentieren, ein Orchester aus Metallbaukastenteilen und akustischen Instrumenten aus aller Welt, die - von Elektromotoren betrieben - jedes eine kurze Melodie oder einen Rhythmus als Loop wiederholen.

'Der Traum eines Komponisten: Ein ganzes Orchester an den Fingerspitzen, das jeden Befehl sanft ausführt; ein zeitlos-klingendes Orchester, futuristisch und ein wenig dadaistisch zugleich, das in seiner erstaunlich sinnlichen Musik uralte Traditionen heraufbeschwört. Dies ist Pierre Bastiens 'Mecanium' - eine Art Tagtraum, den er seit 1976 verfolgt. Die Musiker seines Orchesters sind Maschinen. Die Idee dahinter ist einfach und poetisch. Traditionelle Instrumente (chinesische Laute, marokkanisches Bendir, javanisches Saron, Koto, Geige, Sanze u.a.) werden von einem mechanischen Instrument aus Teilen eines Meccano-Metallbaukastens und wiederverwendeten Plattenspieler-Motoren gespielt. Diese hybriden und selbst spielenden Sound-Skulpturen führen eine Serie von kurzen hypnotischen Stücken vor.' (Michel F. Côté)

Pierre Bastien, 1953 in Paris geboren, studierte zunächst Französische Literatur an der Universität Sorbonne in Paris. 1977 baute er seine erste Musikmaschinen. In den folgenden Jahren arbeitete er als Komponist für Tanzgruppen und spielte mit Pascal Comelade. Währenddessen entwickelte er sein mechanisches Orchester weiter. Seit 1987 konzentriert er sich auf Solo-Aufführungen, Klang-Installationen, Aufnahmen und Kollaborationen mit Künstlern wie Pierrick Sorin, Karel Doing, Jean Weinfeld, Robert Wyatt und Issey Miyake.
http://www.pierrebastien.com/

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2. Institut für Medienarchäologie (at) - Nightline
Mittwoch, 31.1. 2007, 21 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio 1

Mit einer Reihe verschiedener Performances wird das österreichische Institut für Medienarchäologie (IMA) unter dem Titel 'Nightline' verschiedene KünstlerInnen und Kompositionen präsentieren:

Rebekah Wilson war über mehrere Jahre als Netochka Nezvanova als Fiktion unterwegs. Benannt nach einer Romanfigur von Fjodor Dostojevskij geisterte die ausgebildete Komponistin durch das Netz, als Enfant terrible, als Anti-Popstar, als Ikone. Erst 2002 tauchte sie als physische Person wieder in Erscheinung und war Kuratorin am STEIM in Amsterdam. Zu ihrer Indentität als Rebekah Wilson fand sie den Weg zurück in ihre Heimat Neuseeland. Mit der Performance 'A History of Mapmaking' verwendet sie das Cello live als Klangerzeuger und zur Manipulation digitaler Klangereignisse. (Komposition und Aufführung: Rebekah Wilson)

Die Performance '4:3' bewegt sich auf den Spuren der Experimente von Leo Theremin (Lev Sergejewitsch Termen), der in den 30er Jahren in seinem Studio in New York mit der Avantgardefilmerin Mary Ellen Bute Licht und Klang zu 'Lichtmusik' verknüpfte. Seine Ideen der unmittelbaren Verflechtung von Licht, Klang und Bewegung eröffnen heute, im Zeitalter digitaler Technologien, neürlich ein spannendes Forschungs- und Experimentierfeld. (Komposition und Elektronik: Elisabeth Schimana, Flöte: Cordula Bösze, Terpsiton: Elena Golovasheva, Instrumentendesign: Andrej Smirnov)

Mit 'ghostengine - Sprechen ohne Sprache' versuchen sich zwei Schriftstellerinnen an einer Kommunikation ohne Sprache. Das Theremin (auch Ätherwellengeige oder Ätherophon genannt), eines von wenigen Musikinstrumenten, das vom Musiker ohne körperliche Berührung gespielt wird, ist hier 'Sprachinstrument', das Liesl Ujvary und Ann Cotten experimentell und voller Neugierde erforschen. Zusätzlich spielen sie auf dem Kaosspad (ein Effektgerät für Musik) und dem Laptop, um die Klänge des Theremins noch einmal zu filtern. Es entstehen Kompositionen, die ein Panorama menschlicher Existenz entwerfen: direkt, ergreifend, nonverbal. (Theremin und Elektronik: Liesl Ujvary und Ann Cotten)

In den 'Turntable Improvisationen' von Ushi Reiter verbinden sich Plattenkratzen, Nadelaufsetzen und Soundfetzen zu einem Dialog mit statischen Soundwellen und Raum. Das Ausgangsmaterial der Performance greift auf Soundmaterial des 20. Jahrhunderts zurück, das ausschließlich von Frauen produziert wurde. Neben der Durchforstung von Netzarchiven für diesen Zweck wird auch die Arbeit zeitgenössischer Soundproduzentinnen eine tragende Rolle spielen. Für die Performance werden von Ushi Reiter eigens Vinyl-Platten angefertigt.

Das IMA widmet sich der Erforschung und Vermittlung künstlerischer Manifestationen des technischen Hörens und Sehens. Ein Schwerpunkt ist das Ausgraben femininer Produktionen im Bereich der elektronischen Kunst, deren Einbettung in den historischen Gesamtkontext und Sichtbarmachung für eine breitere Öffentlichkeit.
http://www.ima.or.at/

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3. Richard Chartier / Taylor Deupree (us) - Specification.Fifteen
Ehrenwerte Erwähnung transmediale Award 2007
Freitag, 2.2. 2007, 21 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio 1

Die elektronische Klangkomposition 'Specification.Fifteen' evoziert die Stille von Hiroshi Sugimotos photographierten Seelandschaften. Gleichzeitig widersetzt sie sich diesen weiten Naturräumen, die die Vorstellung von unendlicher Veränderung unter einer scheinbar uniformen Oberfläche erwecken. Inspiriert von diesen Bildern komponierten Richard Chartier und Taylor Deupree anlässlich einer Retrospektive des angesehenen japanischen Photographen das Stück, das in der Ausstellung der transmediale.07 zu hören und als Europa-Premiere in einer Live-Performance zu erleben ist.

Der Klang- und Installationskünstler Richard Chartier, geboren 1971, erkundet in seinen Arbeiten die räumliche Natur des Klanges und ihren Zusammenhang mit dem Prozess des Zuhörens. 2000 gründete er mit Taylor Deupree das Label LINE, das Kompositionen und Klanginstallationen von internationalen Künstlern und Komponisten präsentiert.
Der Klangkünstler, Grafikdesigner und Fotograf Taylor Deupree, geboren 1971, lebt und arbeitet in New York. Er ist Gründer der Labels 12k, LINE und Happy. Seine Arbeit widmet sich der Ästhetik zeitgenössischer Musik und des digitalen Minimalismus, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern.
http://3particles.com/
http://www.12k.com/

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4. Edition Edison:
Nicholas Bussmann (de), FM3: Christiaan Virant (us)/Zhang Jian (cn), Aleks Kolkowski (uk), Nicolas Collins (us)
Werkstatt-Installation: Donnerstag bis Samstag (1.-3.2. 2007) ganztags
Performance: Samstag, 3.2. 2007, 18 Uhr
Akademie Pariser Platz, Foyer

Seit mehr als einem Jahrhundert kann man Musik in Form von physischen Speichermedien besitzen. Vom Zylinder des Edison Fonografen bis hin zur CD entspann sich eine spezielle Liaison zwischen Musik und Objekt: Die LP schaffte den Sprung zum Fetisch, die Tage der CD sind jedoch schon wieder gezählt. Durch die Erscheinung des standardisierten MP3-Formats und die Entwicklung des Internets kann sich die Musik nun wieder frei bewegen.

In der Werkstatt-Installation ‚Edition Edison' werden während der transmediale.07 im Foyer der Akademie am Pariser Platz die Künstler Nicholas Bussmann, FM3 (Christiaan Virant, Zhang Jian), Aleks Kolkowski und Nicolas Collins künstlerische Tonträger herstellen, die die digitale Immaterialität des Klangs kommentieren. Bei der Performance am Samstagabend werden die Künstler in einem Live-Konzert mit den Tonträgern arbeiten, die sie in den vorherigen Tagen hergestellt haben. - Edition Edison ist ein Projekt von Nicholas Bussmann in Kooperation mit dem Diaphanes Verlag.

Nicholas Bussmann ist Musiker, Komponist und Kurator. Nach einer Karriere als Cellist widmete er sich den Möglichkeiten, die ihm der Computer und andere elektronische Apparate offenbarten. Er interessiert sich mehr für die Aufführung als für die Aufnahme von Musik und arbeitet an abstrakten Kompositionen sowie an Spielstrukturen. Nicholas Bussmann ist auch Kurator des Grand Prix d'Amour, der jährlich in Berlin stattfindet. Er lebt und arbeitet in Berlin. http://studiobeige.de/projects.php

FM3: Christiaan Virant ist ein in Beijing lebender Sound-Künstler und Musiker. Er ist seit fast einem Jahrzehnt im chinesischen Punk-Underground aktiv und gründete 1999 das experimentelle elektronische Duo FM3. Zhang Jian ist Chinas Top Session-Keyboarder und führender Computer-Musiker. Er ist auf fast jedem Underground Rock Album der letzten 10 Jahre vertreten und war Mitglied von vielen wegweisenden chinesischen Rock Acts. http://www.fm3.com.cn/

Aleks Kolkowski wurde in London geboren und lebt seit 1995 in Berlin. Er ist mit experimentellen Musik-Ensembles auftreten und hat als Violinist, Komponist und Schauspieler gearbeitet. Für seine jüngste Arbeit benutzt er historische Instrumente wie die Trichtergeige sowie Grammophone und Phonographen aus der prä-elektronischen Epoche der Tonaufzeichnung. http://www.experimentelle-musik.info/TU03.HTM#kolkowski

Nicolas Collins wurde in New York City geboren und studierte an der Wesleyan University (Connecticut) Komposition. Er trat als Komponist auf und präsentierte seine Audio-Installationen in den Vereinigten Staaten, Europa, Südamerika und Japan. Er war künstlerischer Leiter von Stichting STEIM (Center for Research & Development of instruments for performance arts) in Amsterdam und DAAD-geförderter 'Stadtkomponist' in Berlin. 1997 wurde Collins zum Chefredakteur des Leonardo Music Journal berufen. http://www.nicolascollins.com/

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5. Chris Salter (us) - Schwelle 1 & 2
1.-3.2. 2007, jeweils 20h30, TESLA, Kubus

'Schwelle' ist ein Medien- und Performanceprojekt, das die neuesten Möglichkeiten akustischer und interaktiver Technologien einsetzt, um sich den Extremzuständen des Bewusstseins anzunähern, die das menschliche Leben einrahmen. In dem mehrteiligen Projekt erzeugen hochauflösende Videobilder und räumliche Klangkomposition, interaktive Installation und Liveperformance Bewusstseinszustände in den Zuschauern, welche die Schwelle zwischen Leben und Tod, Traum und Bewusstsein erfahrbar machen. Tesla präsentiert auf der transmediale.07 'Schwelle I' und 'Schwelle II'. Im ersten Teil lassen sich durch Bild und Ton die Grenzbereiche erleben, in denen sich Bewusstsein und Körper auflösen. Im zweiten Teil durchlebt ein Tänzer, Meister der Improvisation  und langjähriges Mitglied von Forsythes Ballett Frankfurt, Michael Schumacher, die traumatische Übergangszeit zwischen Tod und Wiedergeburt.
'Schwelle' ist eine Koproduktion diverser kultureller und wissenschaftlicher Institutionen, die Künstler- und ForscherInnen stammen aus Kanada, China, Deutschland, Holland und den USA. 'Schwelle II' wurde teilweise während einer Projektresidenz bei Tesla im Sommer 2006 entwickelt, die Welturaufführung findet im Rahmen von 'tesla zur transmediale' statt.

Chris Salter studierte Wirtschaftswissenschaften und Philosophie und promovierte in Theater und Computermusik an der Stanford University. Er arbeitete unter anderem mit Peter Sellars, William Forsythe und dem Ballett Frankfurt zusammen. Er ist Mitbegründer des Künstlerkollektivs 'Sponge', das die Schnittstelle von Kunst und Forschung erkundet. Mit seinen Performances, Installationen, Forschungsprojekten und Publikationen ist er seit einigen Jahren weltweit auf zahlreichen Festivals vertreten. Salter ist Professor für digitale Medien an der Concordia University in Montreal.
http://clsalter.com
http://sponge.org

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transmediale.07
unfinish!
festival for art and digital culture berlin
http://www.transmediale.de
info@transmediale.de