Dez 20, 2006

Newsletter Konferenz

Newsletter vom 20.12. 2006

transmediale.07
unfinish!
31.1. - 4.2. 2007
Akademie der Künste
Berlin, Hanseatenweg 10

Konferenz
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1. Konferenz 'Unfinsh!'
2. Keynotes: Stelarc, Kroker, Kittler
3. Panel: Unfinishing Creation
4. Panel: Unfinished Cities
5. Panel: Öffnen und Schließen, Beginnen und Enden
6. Panel: Die Medienlandschaft im Irak
7. Panel: Whatever happened to Tactical Media?
8. Panel: Viele Jahre Videokunst
9. Panel: Media Art Undone

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1. Konferenz 'Unfinsh!'

Die Konferenz der transmediale.07 beschäftigt sich unter dem Titel unfinish! mit dem Phänomen der Endlichkeit in Kunst, Wissenschaft, Architektur, Informatik und Politik. Die digitale Kultur der Gegenwart scheint weder willens noch in der Lage, endgültige Festlegungen und abgeschlossene Prozesse zu akzeptieren. Stattdessen gehören Prozessualität und unendlich aufeinander folgende Updates und Versionen zum Credo einer aktuellen kulturellen Praxis.
Die Konferenz der transmediale.07 begibt sich in den Zwiespalt zwischen dem Wunsch, verfestigte Strukturen und Situationen stets wieder öffnen zu können und dem Fluch der digitalen Arbeit, die keinen Abschluss, sondern nur stets vorläufige Versionen kennt. In dieser Diskussion spielen Aspekte wie Öffnung, Abschließung und Neubeginn immer wieder eine zentrale Rolle. Sie werden von den Sprecherinnen und Sprechern der Konferenz im Rahmen von sieben Panels und drei Einzelvorträgen anhand anschaulicher Beispiele auf künstlerische und gesellschaftspolitische Fragestellungen angewandt.

Die Konferenz der transmediale.07 findet statt in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung.
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2. Keynotes: Stelarc, Kroker, Kittler

Keynote Stelarc (au): Fractal Flesh: Prototyped, Printed and Phantom Bodies
Donnerstag, 1.2. 2007, 20.30 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio

Der australische Künstler Stelarc befasst sich in seinem Vortrag 'Augmented Body' mit den Möglichkeiten einer Verbesserung des menschlichen Körpers und mit dessen Folgen für die Wahrnehmung von Subjektivität. Stelarcs Arbeit konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine und auf die Beziehung des menschlichen Körpers zu einer sich immer weiter entwickelnden Technologie. Seine Projekte sind Versuche, den 'state of the art' der Wissenschaft am menschlichen Körper zu erproben. In seiner Vortrags-Performance beschreibt Stelarc, wie er die Unvollkommenheit seines eigenen Körpers ausgleicht und ihn mit Technologie ausstattet: Im Rahmen des Projekts 'The Extra Ear: Ear on Arm' ließ sich der Künstler jüngst ein drittes Ohr in seinen Arm einsetzen. Die weiche Prothese wurde aus menschlichen Zellen gezüchtet. Dabei betrachtet Stelarc die Ohr-Prothese nicht als Zeichen eines physischen Defizits, sondern als Symbol für ein zusätzliches Merkmal. Auf diese Weise versucht er, die Formen und Funktionen des menschlichen Körpers zu erweitern und lässt ein posthumanes Mensch-Maschine-Hybrid entstehen, das den natürlichen Körper in Frage stellt.
Moderator: Florian Rötzer (de)

Keynote Arthur Kroker (ca): Born Again Ideology
Freitag, 2.2. 2007, 18 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio

Arthur Kroker war in den 1990er Jahren einer der wichtigsten Theoretiker der entstehenden Cyber-Kultur. Heute gehört er zu den aufmerksamsten Kritikern der globalen digitalen Kultur, die aus den Utopien des ausgehenden 20. Jahrhunderts hervorgegangen ist. Sein Vortrag 'Changing the New World Order' analysiert die Wiederaufnahme scheinbar abgeschlossener aber unvollendeter Geschichten in einer durch den globalen technischen Wandel veränderten Gesellschaft. Kroker versteht die Entwicklung von Technologien als Teil einer globalen Kultur, die auch die Bereiche Politik, Kultur und Gesellschaft umfasst.
Moderator: Florian Rötzer (de)

Keynote Friedrich Kittler (de): Die Endlichkeit der Algorithmen
Samstag, 3.2. 2007, 18 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio

Kittler ist Inhaber des Lehrstuhls für Ästhetik und Geschichte der Medien der Humboldt Universität Berlin. In seinem Vortrag stellt er seine aktuellen Forschungen zu Maschinen-, Medien- und Musiktheorie vor und fragt nach der Bedeutung von Reversibilität und Endlosschleife - eine Schleife, die nach jeder Abarbeitung erneut prozessiert wird, sofern äußere Einflüsse dies nicht unterbinden. Welche Macht verbirgt sich in dem Wissen, das in Computern und ihren Algorithmen steckt?
Moderator: Wolfgang Coy (de)

In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung
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3. Panel: Unfinishing Creation
Donnerstag, 1.2. 2007, 15 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio

Das Panel 'Unfinishing Creation' beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Mensch, Wissenschaft und Zukunft. Anhand der künstlerischen Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Themen, vor allem aus dem Bereich der Lebenswissenschaften, behandelt das Podium Fragen der Offenheit, der konstanten Transformation sowie der ständigen Erneuerung und Entstehung in unserer heutigen Gesellschaft. Es wird untersucht, ob Konzepte der Reversibilität, der Zeit, der Fehler und des Fortschritts einen Widerspruch zwischen den Auffassungen der Künstler und Wissenschaftler darstellen. Stellen die Naturwissenschaften den Künstlern und Wissenschaftlern heute neue Werkzeuge zur Verfügung, um ihre eigenen Disziplinen zu erweitern und unsere Gesellschaft neu zu erforschen und zu verstehen? Ist das Konzept des 'offenen Lebenssystems' ein tragfähiges neues Paradigma? Und welche Auswirkung haben die sich verändernden Medien und Technologien auf unsere kognitiven Strukturen und auf das Entstehen neuer künstlerischer Praxen?
Moderator: Stefan Iglhaut (de)
Teilnehmer: Ingeborg Reichle (de), Warren Neidich (us/de)

In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung
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4. Panel: Unfinished Cities
Freitag, 2.2. 2007, 15 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio

Die Phänomene der vielschichtigen Stadtentwicklung und Urbanisierung gehören zu den zentralen Themen der aktuellen globalgesellschaftlichen Kultur. Während man es in den Ländern der 'traditionellen' Industrialisierung mit 'schrumpfenden Städten' zu tun hat, sind die wachsenden Megalopolen vor allem in Lateinamerika, Asien und Afrika von immensen Prozessen des Wucherns geprägt. Das Panel 'Unfinished Cities' stellt Positionen vor, die sich diesem Wuchern und der Unsicherheit, die es mit sich bringt, nicht als Störung, sondern als Potenzial widmen. Das Bild der permanent nicht zu Ende gebrachten, unsicheren und komplexen Stadt schafft neuartige räumliche Konstellationen, die die urbane Praxis der Aneignung und das Schaffen neuer Formen von Öffentlichkeit forcieren und dabei den Zustand des Abgeschlossenseins unmöglich machen.
Moderator: Regina Bittner (de)
Teilnehmer: AbdouMaliq Simone (za/uk), Orhan Esen (tr)

In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung
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5. Panel: Öffnen und Schließen, Beginnen und Enden
Sonntag, 4.2. 2007, 14Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio

Das Panel mit Byung-Chul Han und Thomas Macho befasst sich aus philosophischer Sicht mit Figuren des Schließens und des Öffnens. Anhand einer Gegenüberstellung von abendländischer Innerlichkeit und fernöstlicher Offenheit gehen die Sprecher verschiedenen Denktraditionen in West und Ost nach.
Teilnehmer: Byung-Chul Han (kr), Thomas Macho (de)

In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung
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6. Panel: Die Medienlandschaft im Irak
Freitag, 2.2. 2007, 12 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio

Die zukünftige Entwicklung im Irak ist maßgeblich davon abhängig, ob ein Verhandlungsprozess zwischen den Konflikt-Gruppen in Gang gebracht wird oder ob gegenseitige Abgrenzung und Isolation sich verhärten. Die Rolle der Medien darf in diesem Prozess nicht unterschätzt werden: In den Medien wird kommuniziert, kommentiert und reflektiert, durch die Medien werden konkret Meinungen gemacht und Stimmungen mobilisiert. Die Medienlandschaft im Irak ist seit dem Fall des Regimes unkontrolliert in alle Richtungen gewachsen und gewuchert, und die Berichterstattung in den irakischen Medien ist so vielschichtig und komplex wie die Konfliktlage selbst. Das Gespräch mit irakischen Journalisten und Künstlern geht der Frage nach, welche Rolle Medien in der Entwicklung der Konflikte spielen und wie die Gratwanderung zwischen Meinungsfreiheit und Überlebenswille gestaltet wird. MICT (Media in Cooperation & Transition) führt mit einem Impulsreferat in die Thematik ein, illustriert mit Video- und Audiomaterial aus den MICT Archiven.
Moderation: Anja Wollenberger & Klaas Glenewinkel (de)
Teilnehmer: Ali Badr (iq), Ismail Zayer (iq)

In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
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7. Whatever happened to Tactical Media?
Donnerstag, 1.2. 2007, 16 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Salon

Eines der wichtigsten Ziele des Videoaktivismus war, eine kollaborative Kultur zu erzeugen. Auf diese Kooperation und Vernetzung bauen Praktiken auf, die Unabhängigkeit bewahren und verkörpern. Können die gegenwärtigen Online-Dienste wie YouTube oder Flickr neue kulturelle Identitäten schaffen sowie neue Bereiche des Dialogs und der Kritik eröffnen? Welche politische Bedeutung hat das Internet heute als Werkzeug für kollaborative Produktion? Wie wichtig sind Unabhängigkeit und Do-It-Yourself-Praxis im Zeitalter von Web 2.0? Und welche Relevanz hat der taktische Mediengebrauch heute noch?
Einführung und Moderation: Joanne Richardson (ro)
Teilnehmer Teil 1: Bärbel Schönafinger (de/at), Katsiaryna Herasenkava & Pauluk Kanavalchyk (by), Anastasia Nekozakova (ru)
Teilnehmer Teil 2: Petko Dourmana (bg), Fran Ilich (mx), Micz Flor (de)

In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung
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8. Panel: Viele Jahre Videokunst - Historische Rückblicke auf Kunst und Medien
Mittwoch, 31.1. 2007, 16 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio

Im Frühling 2006 wurde in fünf deutschen Museen das Projekt '40 Jahre Videokunst in Deutschland' präsentiert. Eine umfangreiche DVD-Edition von über 50 Einzelarbeiten in Verbindung mit einem Katalogband (Hatje Cantz Verlag) versucht, das künstlerische Schaffen mit Video in Deutschland seit Mitte der 1960er Jahre zu beschreiben. Die transmediale.07 zeigt im Rahmen ihres Jubiläumsprogramms diese DVD-Edition und bemüht sich um eine Evaluation in einem breiteren und internationalen Kontext. Hierzu werden vergleichbare Projekte aus anderen Ländern eingeladen. Die Podiumsdiskussion mit den Machern von '40 Jahre Videokunst' und internationalen KollegInnen strebt eine kritischen Einschätzung solcher Dokumentations- und Übersichtsprojekte an.
Teilnehmer: Chris Hill (us), Barbara Borcic (si), Wulf Herzogenrath (de), u.a.

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut
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9. Panel: Media Art Undone
Samstag, 3.2. 2007, 15 Uhr, Akademie Hanseatenweg, Studio

Die Teilnehmer dieses Panels diskutieren Fragen rund um das Feld und den Terminus der 'Medienkunst'. Ist es an der Zeit, die Marke 'Medienkunst' loszulassen und eine Re-Integration der medienbasierten Kunstpraxis in den weiteren Kunstdiskurs anzustreben? Sind die Definitionen der Medienkunst und kultureller Medienpraxis, die ihre - positiven und negativen - Abgrenzungen begründet haben, noch immer gültig?
Moderator: Miguel Leal (pt)
Teilnehmer: Diedrich Diederichsen (de), Inke Arns (de), Olia Lialina (ru/de), Timothy Druckrey (us)
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transmediale.07
unfinish!
festival for art and digital culture berlin
http://www.transmediale.de
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