transmediale Award 2007
Die Preise für die besten Arbeiten im Wettbewerb des Festivals für Kunst und digitale Kultur, transmediale.07, wurden heute Abend in der Akademie der Künste in Berlin verliehen. Die internationale Jury vergab einen ersten und zwei zweite Preise. Gewinner des ersten Preises (dotiert mit 4.000 Euro) ist der Belgier Herman Asselberghs, den zweiten Preis (jeweils 2.000 Euro) teilen sich Antoine Schmitt aus Frankreich (Installation 'still living') und Tim Shore aus Großbritannien (Video 'Cabinet').
Asselberghs Arbeit ‚Proof of Life’ ist ein Hörfilm: Auf dem Videomonitor ist ein leerer, offener Raum zu sehen, menschliche Anwesenheit ist nur auf der Tonspur zu vernehmen: Eine männliche Stimme beschreibt erschreckende Fernsehbilder und die Eindrücke einer langen Gefangenschaft. Die radikale Kluft zwischen Ton und Bild bringt die beschriebenen Szenarien ungemütlich nahe an die Besucher heran.
Aus der Begründung der Jury: 'Proof of Life' ist ein Beispiel für die Kraft von Kunst, ihr Publikum in die Gegenwart zu holen. Die vielschichtigen Bedeutungen und die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Zeiten und Räumen spiegeln die komplexen gegenwärtigen Wirklichkeiten wider, die mit Schreckensbildern gesättigt sind und sich in einem fortwährenden Ausnahmezustand befinden.
Für den Wettbewerb der transmediale.07 gab es 1030 Einsendungen aus 59 Ländern. Drei Nominierungen für den transmediale Award 2007 hatte die internationale Jury ausgesprochen, der Inke Arns (Dortmund), Eva de Groote (Ghent), Miguel Leal (Porto), Ellen Pau (Hongkong) und Mike Stubbs (Melbourne) angehören. Weitere fünf Arbeiten wurden lobend erwähnt.
transmediale Award 2007
1. Preis:
Herman Asselberghs (be) - 'Proof of Life', Video (30'), 2005
2. Preis:
Antoine Schmitt (fr) - 'still living', Installation, 2006
Tim Shore (uk) - 'Cabinet', Video (18'20'') 2006