Jury Statement 2007

Der transmediale Award widmet sich aktuellen Positionen digitaler Kunst und Medien. Er ist ein offener Wettbewerb, zu dem Künstlerinnen und Künstler eingeladen sind, ihre aktuellen Arbeiten einzureichen. Die Jury des diesjährigen Wettbewerbs besteht aus Inke Arns (Dortmund / Deutschland), Eva De Groote (Ghent / Belgien), Miguel Leal (Porto / Portugal), Ellen Pau (Hongkong / China), Mike Stubbs (Melbourne / Australien).



Analog zur jüngeren Geschichte, die immer wieder als permanenter Ausnahmezustand bezeichnet wird, hat eine Reihe bedeutender internationaler Debatten stattgefunden, welche die Vielfalt der Formen und Bedeutungen von Medienkunst und interdisziplinärer Praxis erforschen und in Frage stellen. Dabei entstehen unvermeidlich Verbindungen zu anderen Verfahren aus den Bereichen Kunst und Design, da insbesondere mit Technologien, neuen Medien und verschiedensten Geräten experimentiert wird und diese zunehmend in viele Disziplinen und sämtliche Aspekte des täglichen Lebens integriert und  akzeptiert werden.

Mit der Auswahl von Künstlern und Werken für den transmediale Award 2007, möchte die Jury Werte wie Ästhetik, Philosophie, Eleganz und Witz wieder anerkennen. Die Jury-Entscheidung spiegelt auf diese Weise die Mündigkeit eines Feldes wider, das weniger auf technischen Effekten und dem Fetisch der ‚device art’ beruht, sondern weit über die Rhetorik neuer und redundanter Technologien hinausreicht.

Die Jury wollte die Nominierungen und Ehrenwerten Erwähnungen Kunstwerken zukommen lassen, die konzeptuell eine Herausforderung darstellen, die ernsthaft und überzeugend sind. Diese Werke entkommen engen Definitionen
von geschlossenen oder interaktiven Systemen, vielmehr befassen sie sich mit komplexen Beziehungen zwischen analog & digital, Objekt & Publikum und Wahrnehmung & Wirklichkeit. Auf diese Weise sprechen all diese Arbeiten vom Versagen: Fehlgeschlagene Utopien, Ökonomien und globale Vernetzungen. In ihrem Versuch, einer emotional festgefahrenen technologischen Entwicklung
etwas entgegenzusetzen, sind die an dieser Stelle geehrten Kunstwerke die Spuren unseres Zeitalters.