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Simon Yuills Text verschränkt Geschichten künstlerischer Praxis und experimenteller Projekte - wie die des Scratch Orchestra, der Black Artists' Group, hacklabs, livecoding und Logo Labs, sowie die Geschichte von UNIX and FLOSS - miteinander, um Auswege aus dem gegenwärtigen Dilemma der 'Kapitalisierung der Kreativität' und dem Druck zur ständigen ökonomischen Verwertbarkeit von Praktiken aufzuzeigen, deren Ziel es eigentlich war, Alternativen zu den kapitalistischen Systemen von Eigentum, Macht und Legitimation aufzubauen. Der kommerzielle Erfolg von FLOSS Produktionsmodellen und ihre 'freudige' Eingliederung in zeitgenössiche Formen digitaler Ökonomie, die einher geht mit der Kapitalisierung von Kommunikation, Zugriff und Kreation, ergibt ein monotones Bild der 'totalen' Vereinnahmung. Es wird meist durch einen Filter aus Begriffen des autonomen Marxismus und verschiedener disziplinarischer Kategorien - insbesondere Ökonomie und Gesetz - betrachtet.

Yuill dagegen schlägt eine kulturkritische Herangehensweise an diese drängende Problematik vor. Sein zentrales Anliegen erstreckt sich von der Lesart von Liveauftritten, des Unvorhergesehenen, von kollaborativen und distributiven Praktiken bis hin zum Verständnis der Produktion und Politik von Richtlinien, welche eine Basis für sich abzeichnende Parallelen zwischen Open Source Modellen in der Softwareproduktion und experimentellen Modellen in der Kunstpraxis herstellen. Yuills tiefgründige Untersuchung antwortet deterministischen Projekten mit künstlerischer Eleganz. Er konzentriert sich auf Experimente mit Improvisation, 'Lärm' und Kollektivität, um die Alternativen an der Schnittstelle von Kunst, Open Source-Prinzipien, ihren Vorschriften und ihrem Wandel auszubreiten.

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