Julia Meltzer, David Thorne (us): Not a Matter of If but When![]() ‚Not a Matter of If but When’, 2005 bis 2006 in Damaskus in Zusammenarbeit mit dem syrischen Tänzer, Performancekünstler und Filmemacher Rami Farah entwickelt, ist ein Versuch, Wortbedeutungen zu finden in einer Zeit, in der das Vokabular entleert erscheint: Welchen Sinn machen heute Begriffe und Konzepte wie Krieg, Frieden, Religion, Gerechtigkeit, Kampf und Freiheit? Obwohl Farahs Improvisationen fest innerhalb der politischen Situation Syriens verankert sind, welche nach einigen sehr turbulenten Jahren von Angst und Unsicherheit durchdrungen ist, reichen sie doch auch über seinen eigenen lokalen und nationalen Kontext hinaus. Farah schafft es, die Rhetorik der Angst und eines drohenden Unheils zu artikulieren, und zugleich eine vorsichtige Hoffnung auszudrücken. Sein Umgang mit Ironie als Ventil, als eine witzige Entlastung, fungiert als Überlebensstrategie und Selbst-Relativierung. Obwohl die Nahaufnahmen im Porträtformat von einer trügerischen Einfachheit sind, ist es sehr beeindruckend, wie der Körper des Darstellers die Rollen wechselt vom Machtausübenden zum Unterdrückten und letztlich zeigt, dass die Grenzen offen, unklar und unberechenbar sind. ‚Not a Matter of If but When’ ist ein zeitgemäßes Porträt, welches das wachsende Gefühl eines Unbehagens mit einer außer Kontrolle geratenen Welt zeigt. |